SpaceX Starship: Intakte Rakete nach 24 Tagen auf See gerettet

Nach einem Testflug und einer unerwartet sanften Wasserung im Indischen Ozean trieb die Starship-Rakete von SpaceX auf dem Meer. Nun haben Bergungsteams das Vehikel nach wochenlangem Einsatz bei starkem Seegang in einen sicheren Hafen geschleppt.
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    Rettung nach 24 Tagen auf See

    Das Raumfahrtunternehmen SpaceX hat die obere Stufe der Rakete Starship nach dem 13. Testflug geborgen. Das 52 Meter lange Vehikel wasserte am 24. Juli planmäßig im Indischen Ozean. Der Flugkörper explodierte nach dem Umkippen allerdings nicht wie geplant bzw. angenommen, sondern blieb intakt. Bergungsschiffe zogen das Objekt in den vergangenen Wochen über 800 Kilometer weit bis zur australischen Weihnachtsinsel.

    Die Bergung gestaltete sich aufgrund von hohem Wellengang und starken Winden schwierig. Die Schleppschiffe kamen teilweise nur mit einer Geschwindigkeit von einem Knoten voran. Um das Sinken der Rakete zu verhindern, brachten die Helfer luftgefüllte Fender an der Außenhülle an. Nun liegt das Vehikel in ruhigeren Gewässern vor der Küste der Insel vor Anker.

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    Wie Ars Technica berichtet, sind Ingenieure von SpaceX derzeit auf dem Weg zur Weihnachtsinsel. Sie sollen die Rakete vor Ort analysieren, bevor ein Rücktransport zur Basis Starbase in Texas erfolgt. Ein erneuter Einsatz des Flugkörpers ist allerdings ausgeschlossen, da das Salzwasser die Triebwerke, die Stahlstruktur und die empfindliche Elektronik beschädigt hat.


    Fokus auf den Hitzeschild

    Die Rettung bietet dem Unternehmen eine seltene und eben unerwartete Gelegenheit. Bisher lieferten lediglich Kameras und Sensoren Daten über das Verhalten der Rakete beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Nun können die Ingenieure die Hardware physisch untersuchen. Das Hauptinteresse gilt dabei dem Hitzeschild, der aus rund 18.000 Keramikkacheln besteht.

    SpaceX-Chef Elon Musk bezeichnete den Hitzeschild in der Vergangenheit oft als das größte ungelöste Problem des Projekts. Die Kacheln müssen extreme Temperaturen von bis zu 1400 Grad Celsius aushalten und sollen bei zukünftigen Missionen ohne aufwendige Wartung mehrfach einsetzbar sein. Die physische Inspektion der geborgenen Kacheln soll zeigen, ob das aktuelle Design den Anforderungen standhält.

    Zukunft der Raketenbergung

    Das langfristige Ziel von SpaceX ist die vollständige und schnelle Wiederverwendbarkeit des gesamten Raketensystems. Für kommende Testflüge plant das Unternehmen, die Raketenstufen nicht mehr im Ozean landen zu lassen. Stattdessen sollen mechanische Arme am Startturm in Texas die Vehikel noch in der Luft auffangen.

    Das würde die Schäden durch Salzwasser eliminieren und die Kosten für zukünftige Starts senken. Bis das System zuverlässig funktioniert, liefert die nun geborgene Rakete Starship wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung.

    Was denkt ihr über die Bergung aus dem Ozean? Glaubt ihr, dass die schnelle Wiederverwendbarkeit bald Realität wird? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

    Warum ist die Starship-Bergung wichtig?
    Bisherige Starship-Oberstufen explodierten nach der Wasserung planmäßig. Dass "Ship 40" den Flug und die Landung im Indischen Ozean intakt überstand, ist ein unerwarteter Meilenstein für SpaceX. Es ist das erste Mal, dass eine solche Rakete aus dem All zurückkehrt und geborgen werden konnte.

    Für Ingenieure und Technikbegeisterte ist dies eine einmalige Chance. Anstatt sich nur auf Telemetriedaten zu verlassen, kann die Hardware nun physisch untersucht werden. Diese Erkenntnisse sind entscheidend, um die Aerodynamik und das Design für zukünftige, vollständig wiederverwendbare Raketen zu optimieren.
    Was verrät der Hitzeschild der Rakete?
    Der Hitzeschild besteht aus rund 18.000 Keramikkacheln und schützt die Rakete beim Wiedereintritt. Laut Elon Musk sei das Problem des Hitzeschilds nun "gelöst". Experten zweifeln jedoch angeblich daran, ob die Kacheln den extremen Belastungen bei einer hohen Flugrate ohne ständige Wartung standhalten können.

    Die physische Inspektion der Kacheln vor der Küste der Weihnachtsinsel liefert nun harte Fakten. Wenn die Kacheln intakt genug sind, rückt das Ziel von SpaceX näher, Raketen mehrfach ohne aufwendige Reparaturen starten zu lassen. Das wäre ein Durchbruch für die Kosteneffizienz in der Raumfahrt.
    Fliegt diese Starship-Rakete nochmal?
    Nein, dieses spezifische Exemplar wird nicht mehr abheben. Die Wasserung im Ozean hat die empfindliche Elektronik, die Triebwerke und die Edelstahlstruktur dem korrosiven Salzwasser ausgesetzt. Zudem erlitt die 52 Meter lange Rakete beim Umkippen auf die Wasseroberfläche strukturelle Schäden.

    Zukünftige Starships sollen ohnehin nicht mehr im Wasser landen. SpaceX plant, die Raketen direkt am Startplatz in Texas mit riesigen mechanischen Armen - der sogenannten "Mechazilla" - aufzufangen. Dies soll eine schnelle Wiederverwendbarkeit garantieren, ähnlich wie man es von Flugzeugen kennt.
    Wie kommt die Rakete zurück in die USA?
    Derzeit liegt die Rakete vor der australischen Weihnachtsinsel. Wie genau der über 16.000 Kilometer lange Rücktransport zur "Starbase" in Texas ablaufen wird, ist noch unklar. Da die Rakete mit 52 Metern Länge und 9 Metern Durchmesser in kein Flugzeug passt, bleibt nur der Seeweg.

    Branchenanalysten vermuten, dass die Rakete entweder für einen extrem langen Schleppvorgang über den Ozean vorbereitet wird oder ein spezielles Frachtschiff zum Einsatz kommt. Letzteres könnte das Starship auf sein Deck laden und sicher in einen US-Hafen transportieren.
    Warum dauerte die Bergung 24 Tage?
    Die Bergungsteams hatten mit extrem widrigen Bedingungen zu kämpfen. Windgeschwindigkeiten von knapp 50 km/h und über vier Meter hohe Wellen machten das Manövrieren im Indischen Ozean gefährlich. Zeitweise hieß es sogar von offizieller Seite, die Bergung sehe "nicht gut aus".

    Um die Rakete über Wasser zu halten, wurden luftgefüllte Fender um den Rumpf angebracht. Das 90 Meter lange Spezialschiff Normand Ranger schleppte das Starship schließlich mit einer sehr langsamen Geschwindigkeit von nur etwa 3 Knoten (ca. 5,5 km/h) in ruhigere Gewässer.
    Was ist für den nächsten Flug geplant?
    Für den 14. Testflug hat sich SpaceX ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Oberstufe soll nicht nur den Orbit erreichen, sondern auch sicher zur Erde zurückkehren. Der entscheidende Unterschied: Man will versuchen, die Rakete direkt am Startturm in Texas mit mechanischen Armen aufzufangen.

    Sollte dieses Manöver gelingen, wäre das der ultimative Beweis für das Konzept der schnellen Wiederverwendbarkeit. Ein erfolgreicher Test würde auch den Zeitplan für die NASA-Artemis-Missionen absichern, bei denen Starship ab 2028 wieder Astronauten auf den Mond bringen soll.
    Zusammenfassung
    • SpaceX hat die obere Stufe der Starship-Rakete im Indischen Ozean geborgen
    • Das intakte Vehikel wurde über 800 Kilometer zur Weihnachtsinsel geschleppt
    • Ein erneuter Start der Rakete ist wegen starker Salzwasserschäden unmöglich
    • Ingenieure untersuchen nun vor allem die rund 18.000 Kacheln des Hitzeschilds
    • Zukünftige Raketenstufen sollen von mechanischen Armen in Texas gefangen werden
    Siehe auch:
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